Donnerstag, 09.02.2017

Achtung, Achtung. Hier spricht der Kapitän Niveau, wir sinken!

Und schon sind es zwei Wochen hier in dem wunderschönen Vilnius. Am Montag hat zudem ein Teil unserer Vorlesung angefangen, aber erstmal Schritt für Schritt. Ich wollte euch eigentlich ein paar Wörter litauisch beibringen, aber das müssen wir auf  ein anderes Mal verschieben.

Nachdem wir unseren ersten Ausflug nach Trakai hatten, haben wir auch die letzten Tage immer mehr gemacht. Waren schon einige Male abends die Stadt unsicher machen und sind schon in einigen guten Bars/Pubs gewesen. Also an alle die mich besuchen kommen profitieren davon wink Aber keine Sorge, da kommen auch noch einige hinzu!! Sind ja schließlich erst am Anfang. Hier eine erlesene Auswahl für euch laughing

die deutsch-holländische freundschaft traditioneller litauischer Tanz

Jetzt denkt jeder mal schön drüber nach was ihm spontan einfällt wenn man an Litauen denkt. Irgendwelche Vorurteile? Die hatte ich natürlich auch, wie "hier ist es bestimmt voll kalt", "es gibt hier ganz viele hübsche Frauen", "alles ist günstiger",... Aber um das klarzustellen, hier ist es wirklich kalt... Gestern waren es teilweise -11 Grad und ein sehr, sehr frischer Wind. Auf dem Heimweg vom Pub ist mir das Gesicht halber eingefroren. Angefühlt hat es sich locker wie -15 Grad, aber heute scheint wieder schön die Sonne und man könnte meinen es muss wärmer sein - falsch! Zu dem Thema Frauen: es gibt hier natürlich hübsche Frauen, aber ich würde dennoch nicht sagen, dass jeder Litauerin total hübsch ist. Ich würde sagen es gibt hier im Schnitt mehr hübschere als in manch anderen Ländern, aber das ist wie überall abhängig von dem eigenen Geschmack. Hier ziehen die Frauen halt bei Wind und Wetter trotzdem ihre Röcke und Kleider an mit irgendwelchen dünnen Strumpfhosen - als Mann bestimmt nett anzuschauen ;-) Ob Mann oder Frau, die Litauer sind oft echt rücksichtslos. Klar gibt es hier auch nette Menschen, aber die freundlichsten sind viele hier überhaupt nicht und zum lachen gehen die in den Keller. Jaja, nicht alle ich weiß, aber einige!!! Sandra und ich unterhalten auch oftmals den Bus ganz alleine. So viel dazu... laughing Die Preise sind hier im Schnitt auch nicht viel günstiger, zumindest was die Lebensmittel angeht. Unser Busticket kostet dagegen nicht mal 6€ für einen ganzen MONAT. Wichtig zu wissen sind natürlich die Bierpreise - zwischen 1,80 und 2,50€ ist okay ;-)

Am Montag hatten wir also unsere erste Vorlesung 'International Management', einer unserer Masterkurse. Da das Masterangebot nicht das Beste ist dürfen wir auch Bachelorkurse aus dem letzten Jahr nehmen, die wie ich finde auch nicht ohne sind. Zumindest der Zeitaufwand ist enorm bzw. wird es noch. Der Kurs gibt 7 Credits und 2 fallen davon für eine course work an, bei der wir eine +/- 15 seitige Arbeit schreiben müssen, die in 3-4 Wochen, vor dem Examen fertig sein muss. In dem Kurs kommt neben dem Examen und dem Paper noch Hausaufgaben, kleine Cases dazu. Die Masterkurse gehen hier nur um die3-4 Wochen und im Anschluss schreibt man direkt sein Examen und dann ist das Fach auch fertig. Hinzu kommt auch noch, dass die Masterkurse alle abends von 18Uhr bis kurz nach 21 Uhr gehen, aber zum Glück nicht jeden Tag. Unser zweiter Kurs ist Innovation Management, ein Bachelorkurs. Auch hier haben wir für 2 Credits ein Paper, aber diesemal von 30 Seiten zu schreiben. Den Kurs haben wir immer nur einmal in der Woche und da es sich um einen Bachelorkurs handelt auch immer vormittags. Hinzu kommt noch ein Examen und zwei Präsentationen. Der dritte Kurs Complex Project of Marketing Management fand nicht statt, da der Professor anscheinend krank war. Erstmal befanden wir uns am falschen Campus für den Kurs und dann ist einer von uns zum anderen Campus gefahren und der Prof. war ohne was zu sagen nicht da. Nach Aussage anderer die wir kennen passiert hier das häufiger, dass dieProfs einfach nicht kommen und man nicht weiß was los ist. Die anderen zwei Kurse die wir noch belegen finden erst Mitte April statt und dann auch noch parallel abends yell Bis dahin sind wir aber noch genug beschäftigt.

30 Seiten für 2 Ects sucks...

 Was haben wir bis jetzt noch erlebt: wir waren Joggen und haben es heil ohne auf den vereisten Wegen auszurutschen wieder nach Hause geschafft, sind ein paar Mal durch die Stadt gelaufen, waren im Museum usw..

  

 hill of 3 crosses

         Blick aus unserer Hochschule

Mieeeeez ein bisschen Joggen am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen  

teils typische litauische Gerichte 

auch typisch... Schweineohren o_OSalat und typisch litauische Kartoffelpancakes

Ihr hört von uns kiss

 

 

Mittwoch, 01.02.2017

Labas vakaras!

Labas vakaras - Good evening!

 

und schon ist die erste Woche hier so gut wie rum. Ich hab immerhin noch nicht den Asphalt geküsst - trotz übertrieben glatten Straßen... Wuhuuuu surprised

Heute sind Sandra und ich auch mal wieder in die Uni gegangen, da wir die letzten Tage so gut wie nur in unserem Hostel verbracht haben und unsere Statistik Hausarbeit von der Hochschule daheim fertig geschrieben haben, aber das ist jetzt auch geschafft. Vielleicht kommt jetzt bald die Stimmung für unser Semester im Ausland auf - bis jetzt ist davon noch nichts zu sehen. Dafür gehen wir morgen endlich mal feiern und schauen was das Nachtleben in Vilnius so zu bieten hat. Ich bin gespannt!! By the way - hier ist es schon ganz gut kalt.. Auf was hab ich mich da nur eingelassen... Die Tage sind bis zu -17Grad gemeldet foot-in-mouth Also werde ich meine dicken Winterschuhe so schnell nicht mehr los und ich merk schon, dass war ne gute Investition damals in meinem Auslandssemester in Finnland.

So um nochmal auf die Uni zu kommen, heute hat ein zweitägiger litauischer Sprachkurs angefangen. Ich würde die Sprache ja echt gerne so gut es mir in den nächsten Monaten möglich ist lernen, aber unsere Dozentin hat es uns echt nicht einfach gemacht. Angefangen haben wir mit dem Alphabet und den zusätzlichen Buchstaben mit ihren Aussprachen die wir in unserem nicht haben und dann hat sie uns ein Wort nach dem anderem an die Leinwand geklatscht, in einem Tempo das nicht mal zum mitschreiben reicht. Plötzlich läuft die nette Dame durch die Reihen und fragt Sachen wie 'Wie heißt du?' 'Woher kommst du?'usw. ohne das wir zuvor eine einzige Redewendung besprochen haben und die gefragte Person sollte natürlich auch noch richtig antworten. Ich versteh bis jetzt immer noch Bahnhof. Ich glaub das wird in den nächsten Monaten lustig... Zumindest wollen Sandra und ich über das ganze Semester noch einen Kurs belegen und die Sprache etwas lernen. Eigentlich reizt mich ja eher erst mal Russisch oder Polnisch zu lernen, aber macht hier halt kein Sinn in Litauen laughing Einen Crashkurs gibt es die nächsten Tage damit ihr hier auch was lernt ;-) Hier in unserer Uni sind natürlich neben vielen Spaniern, Franzosen, Italienern, Türken auch viele Deutsche. Ein paar davon sind aus Esslingen und einer studiert sogar in meinem Heimatort, was für ein Zufall den hier in Vilnius zu treffen. 

 

Was ich euch aber eigentlich erzählen wollte - ich merk schon, ich "rede" wieder zu viel - haben wir schon einen ersten Ausflug gemacht. Dieser ging nach Trakai, der einzigsten Osteuropäischen Stadt in der es noch eine Wasserburg gibt. Man muss dazu sagen Trakai ist eines der touristischen Aushängeschilder des Landes. Schon im frühen Mittelalter war Trakai eines der wichtigsten politischen Zentren und Sitz der litauischen Großfürsten. Einer von ihnen errichtete Mitte des 14. Jh. zum Schutz gegen die Angriffe der Deutschsordensritter eine erste Burg auf der Halbinsel, die heute das Städtchen beherbergt. Wenig später war auch die Burg auf der Insel im Galve See fertig. Nachdem sie zerstört wurde, wurde sie weitesgehend wieder aufgebaut und beinhaltet heute ein Museum. Im Winter ist der See rund um die Wasserburg komplett zugefroren und so kommt es auch, dass hier jeder Litauer natürlich nicht mit dem Auto komplett um den See fährt sondern zu Fuß einfach die paar hundert Meter breite rüber läuft. Mir war es ja schon manchmal etwas mulmig. Zu dem Ausflug zur Burg gab es noch was typisch litauisches zu essen - Kibinai. Ich glaube um den äußeren Teil handelt es sich um Hefeteig und die Füllung kann z.b. aus Huhn oder Schwein bestehen. War auf jedenfall mega lecker und sehr günstig.

Ab morgen haben wir zwei zum Glück erstmal für die nächsten vier Wochen uns eine eigene Wohnung über Airbnb angemietet. Endlich raus aus dem Hostel!!! Ihr hört wieder die nächsten Tage von mir und dann gibts einen Crashkurs in litauisch :-)

 

Iki pasimatymo kiss

Chefsessel der ganze See ist komplett zugefroren unsere Uni- sieht aus wie unser Hauptgebäude in Heilbronn 

Samstag, 28.01.2017

Das Abenteuer beginnt!

Labas,

und schon sind wir in Vilnius. Die letzten Tage vor Abflug sind wie die letzten Monate seit der Master angefangen hat so schnell vorbei gegangen, sodass ich mich jetzt hier in Vilnius erst so langsam auf das Abenteuer Auslandssemester freuen kann. Unsere letzte und einzige Prüfung, die auch noch ein Tag vor unserem Abflug war, hat den Stress und das Chaos komplett gemacht. Lernen, Zimmer ausräumen und packen war eine Herausforderung. Ich weiß auch nicht wie ich so übermütig sein konnte und mir vorgenommen hatte nur mit einem Koffer diese Reise zu beginnen. Rückblickend war es vielleicht nicht die Beste Idee – schließlich hatte ich in Finnland, bei meinem Auslandssemester im Bachelor auch zwei Koffer dabei, wobei die mehr als übertrieben voll waren. Dafür war mein Koffer dieses Mal umso leerer, auch wenn es hier zu Beginn doch noch etwas kälter ist und ich somit noch ein paar dickere Klamotten brauche. Aber was soll´s… Zur Not bleib ich meinem Spitznamen treu und gehe shoppen ;-)

Nachdem ich bis spät abends bevor es am nächsten Tag los ging alles auf Biegen und Brechen in meinen Koffer gestopft habe und auch in meinem Handgepäck die maximale Grenze an Gewicht erreicht habe konnte ich zumindest mal ein paar Stunden durchatmen. Am Donnerstag haben wir uns dann auf den Weg zum Flughafen Frankfurt-Hahn gemacht – kann man ja mal machen wenn der reine Flug gerade einmal 36€ kostet (einfacher Weg versteht sich). Sandra und ich haben uns den Weg durch die Lüfte mit Ryanair in Richtung Vilnius gebahnt. Angekommen nach 2 h 5 min kam uns beim Ausstieg ein ganz schön frisches Windchen entgegen. Aber das wichtigste – es liegt Schnee. Der Ankunftsbereich am Flughafen, an dem in der Regel Freunde und Verwandte auf einen Warten ist hier in Vilnius richtig schön gestaltet. Nach dem kurzen bestaunen wollten wir schnellsten auf den Weg in unser Hostel und den dritten im Bunde begrüßen. Da wir kein Platz im Wohnheim bekommen haben und es auch nicht so einfach ist ein Zimmer zu finden gibt es für die erste Woche ein Zimmer im Hostel. Um dort aber erstmal hinzukommen haben wir uns auf eine kleine Stadtrundfahrt begeben und sind für hammermäßige, superbillige 1€ pro Person für etwa 45 min mit dem Bus zum Hostel gefahren. Der Weg von der Bushaltestelle zum Hostel gestaltete sich als etwas schwierig. Vorerst ohne Internet und nur mit einer Wegbeschreibung von einer netten Dame vom Flughafen wollten wir uns auf den Weg machen, haben aber nach 10 Minuten ziellos durch die Gegend wandernd, mit jeweils 2 Koffern aufgegeben und das Datenroaming angeschalten um mit dem Navi unsere Herberge für die nächste Woche zu finden. Konstantin, der Dritte aus Heilbronn wartete schon auf uns. Da waren sie wieder komplett die Heilbronner -  zumindest die, die in Vilnius ihr Abenteuer suchten. Am Abend sind wir drei nur noch ein bisschen durch die Straßen der litauischen Hauptstadt geschlendert und haben schließlich nach über 14 Stunden wieder was gegessen. Ich habe ein litauisches Gericht ausprobiert – man mag es kaum glauben, ich habe was bestellt von dem ich zu Beginn noch nicht wusste was mich erwartet. Ich bin richtig stolz auf mich, aber eigentlich hat es so ausgesehen und geschmeckt wie ein Schnitzel... War nur anders in der Karte beschrieben ;-)

Gestern hatten wir auch unseren ersten Tag der Orientation days. Die deutschen sind natürlich wie immer püntklich an der Hochschule gewesen, aber eine halbe Stunde war dann doch zu früh. Bei uns ist der Größenwahn ausgebrochen, wir sind mit dem Taxi zur Uni gefahren. So eine schöne App hat es uns ermöglicht sich an den eigenen Standort ein Taxi zu bestellen, welches man zuvor unter vielen noch selbst auswählen kann nach Anfahrts- und Kilometerpreis. Dieser lag bei bis zu 50 Cent für die Anfahrt und im Schnitt um die 40 Cent pro Kilometer. An der Uni angekommen, die laut Google Maps 11km von unserem Hostel entfernt lag haben wir zu Dritt schlanke 6 Euro gezahlt. Ein Busticket müssen wir uns für ungefähr 5 Euro im Monat noch besorgen. Als wir durch irgendwelche abgelegenen Waldwege endlich unsere Partnerhochschule gesehen haben hätte man auch kurz meinen können, dass wir noch in Heilbronn wären. Das Hauptgebäude sieht etwas aus wie das A-Gebäude in Heilbronn. Dieser Campus, weit außerhalb von der Stadt wird für die nächsten 5 Monate unser Zufluchtsort sein. Bei der Einführung wurden uns im Anschluss nur alle nötigen Infos gegeben. Danach konnte man sich für einen Trip anmelden, der heute nach Trakai, zu der einzigen erhaltenen Wasserburg in Osteuropa ging. Über unseren Ausflug erfahrt ihr mehr im nächsten Eintrag in ein paar Tagen.

Bis dahin macht´s gut meine Lieben und haltet die Ohren steif!

Iki pasimatymo – Auf Wiedersehen cool

Flughafenhalle unser kuscheliges Hostelzimmer